BUND Rhein-Sieg-Kreis


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Gänseblümchen

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Wiesenblume des Monats Januar 2018
Gänseblümchen
(Bellis perennis)

Der diesjährige Winter ist mild. Trotzdem warten die meisten Wiesenblumen skeptisch ab. Doch eine typische Wiesenblume nutzt das unerwartete Zeitfenster: Das Gänseblümchen, Bellis perennis, die "dauerhafte Schöne". Seine ohnehin schon regulär lange Blütezeit von März bis November dehnt es aktuell noch einmal aus und blüht bereits zum 1. Januar. Diese Anpassungsfähigkeit braucht das nur wenige Zentimeter große, mit weißen Strahlenblüten blühende Gänseblümchen. Anderenfalls würde es in der bäuerlichen Heuwiese unter den viel hochwüchsigeren anderen Pflanzen untergehen. Es hält im Konkurrenzgerangel mit, solange seine Pflanzennachbarn nicht durch Düngung die Oberhand gewinnen. Denn höher hinaus kann das winzige Blümchen einfach nicht wachsen, die "Mäßigstickstoffzeigerin" verhungert im Vollschatten des viel zu dichten Grases.

Als sehr lichtbedürftige Art hat das Gänseblümchen immer dann seine beste Zeit, wenn alle anderen Pflanzen noch im Boden verharren oder eben gerade frisch abgemäht worden sind und es sich zwischen den Stoppeln breitmachen kann. Deshalb nutzt es optimal den Park- und Gartenrasen. Das ständige Mähen zerstört fast alle anderen Wiesenblumen, schafft ihm jedoch einen nahezu idealen Lebensraum.

Dass diese spezielle Förderung durch den Menschen ohne dessen Absicht passiert, erstaunt, denn das Gänseblümchen ist ein durchaus guter Küche würdiges Kraut, das sich für Salate, Suppen, Tees und viele Rezepte hervorragend eignet. Nicht ohne Grund zeugen viele Regionalnamen wie Tausendschön oder Maßliebchen sowie ein fester Platz in der Marienverehrung von einer einst viel stärkeren Beachtung dieser bemerkenswerten Blume. Würdigender erweisen sich da die Kinder, die das Gänseblümchen zumindest als Grundstock eines Blumenkranzes sehr zu schätzen wissen.

Kaum zu glauben, aber die im weiß umrahmten Blütenkörbchen versammelten winzigen gelben Röhrenblüten werden sogar von Wildbienen beflogen. Zwar hat sich offenbar keine Wildbienenart ausschließlich auf das Gänseblümchen als Pollenlieferant eingelassen, doch sind wenigstens sieben Arten, vor allem Arten der Furchenbienen, belegt, die auf der "dauerhaften Schönen" Pollen sammeln. Und wenigstens zwei Falterarten, genauer Blattspanner und Dickleibspanner, dient das kleine Blümchen als willkommene Raupennahrung.

Häufig und oft übersehen ist das Gänseblümchen trotzdem eine teure Art. Im Handel für heimisches Pflanzensaatgut gehören ihre Samen zum Hochpreissortiment. Ein Kilogramm kostet aktuell mehr als 1.500 Euro, ein stolzer Betrag. Er verrät viel darüber, wie schwer sich die Ernte dieser Winzlinge darstellt. Vielleicht hilft allein schon dieser Preis, das Gänseblümchen in Wiese und Rasen mehr zu schätzen.


Die BUND-Kreisgruppe Rhein-Sieg stellt jeden Monat eine typische Wiesenblume aus der Region vor. Diese Portraits stehen im Zusammenhang mit dem von der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen (SUE) geförderten regionalen Wiesen- und Weidenzentrum, mit dem die BUND-Kreisgruppe Rhein-Sieg den Blick für die Artenvielfalt des Grünlandes schärfen und den allgegenwärtigen Verlust der Artenvielfalt sichtbarer machen will.

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