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Der Mauersegler
Mauersegler-Schutz beim BUND im Rhein-Sieg-Kreis
Im Rhein-Sieg-Kreis betreut der BUND die Ansiedlung der Mauersegler am Schulzentrum Niederpleis in Sankt Augustin.
Am 17.4.2009 hat der BUND gemeinsam mit dem Albert-Einstein-Gymnasium und finanziell unterstützt von der HIT Umwelt- und Naturschutzstiftung sowie der Stadt Sankt Augustin zehn Nistkästen am Naturwissenschaftlichen Gebäude angebracht.
- Link auf Pressemeldung -
Die Aktionsfotos zur Aufhängaktion der Nistkästen finden Sie hier: bitte hier klicken
Sachstand Anfang Juni 2009: Dank der Klangattrappe auf dem Dach des Gebäudes unmittelbar über den neuen Nistkästen ist das Interesse der Segler an den Brutplätzen groß! Wenigsten für sechs der zehn Kästen konnten wir selbst Ein- oder Ausflüge von Mauersegler beobachten. Eine Brut lässt sich damit noch nicht belegen, aber ein voller Erfolg des Projektes! Denn wenn die Kästen einmal entdeckt sind, steht einem Brutgeschäft im nächsten Jahr nichts mehr im Wege.
Von den Erkundungsversuchen der Segler an den Kästen am Schulzentrum gibt es einen kurzen Film unter www.youtube.com/watch?v=4CZ3mZG288w
Mauersegler - Akrobaten der Lüfte
Der Mauersegler, Apus apus, erreicht eine Körpergröße von ca. 17 cm mit einer Flügelspannweite von 40 bis 44 cm. Der Mauersegler erscheint dem Beobachter aus der Ferne völlig grau, bei genauerer Betrachtung weist er jedoch eine helle Kehle und einen rußbraunen Grundton auf. Männchen und Weibchen des Mauerseglers sind kaum zu unterscheiden.
Aufgrund seines, bis auf die Brutzeit ausdauernden Fluges, kann er als Akrobat der Lüfte bezeichnet werden. Selbst die Nachtruhe findet während des Fluges mit einer geringeren Geschwindigkeit von ca. 23 km/h statt. Im Gleitflug können Geschwindigkeiten von 20-50 km/h, im Kraftflug von 40-100 km/h und im Sturzflug von bis zu über 200 km/h erreicht werden. Er erreicht dabei eine Flughöhe von 6 bis 50m, an warmen Tage bis zu 100m.
Die Füße des Mauersegler sind nur bedingt zum Laufen geeignet, das Sitzen auf Bäumen ist ihm nicht möglich, dafür ist er in der Lage senkrechte Flächen hinaufzuklettern.
Das Verbreitungsgebiet des Mauersegler ist recht ausgedehnt und erstreckt sich über Europa bis nach Asien. Die Wintermonate verbringt der Mauersegler in den wärmeren Gefilden des tropischen Afrikas.
Nahrung findet sich in Form von Insekten und Spinnen. Fliegende Insekten werden während des Fluges verzehrt oder gesammelt und an die Brut weitergegeben.
Ursprünglich nistete der Mauersegler in Bereichen mit Felsspalten, es wird vermutet, dass sich dieses Verhalten während des Mittelalters verändert hat und sich der Mauersegler auf Nistplätze im Mauerwerk und an Dächern spezialisiert hat. Ab und an werden Mauersegler bei der Brut in älteren Bäumen beobachtet, jedoch müssen diese Bäume ein Mindestalter von ca. 100 Jahren vorweisen, bevorzugt werden die abgelegten Nester von Spechten.
Die Art nistet ab Anfang Mai und damit spät im Jahr, da sich das Luftplankton aus Blattläusen, Spinnen usw. erst im Jahresverlauf neu aufbauen muss. Der Mauersegler lebt monogam, meist sogar über mehrere Jahre mit dem gleichen Partner. Pro Jahr wird nur eine Brut aus 2 bis 3 Eiern hervorgebracht. Nach dem Schlüpfen verbringen die Jungen lange Zeit im Nest, nämlich 6 Wochen. Anschließend können sie völlig selbständig fliegen und bis zu 1000km pro Tag zurücklegen.
Junge Mauersegler, welche von ihren Eltern zeitweise verlassen werden, können bis zu zwei Wochen ohne Nahrung überleben. Sie senken ihre Körpertemperatur und drosseln somit auch den Energieverbrauch. Sinkt die Körpertemperatur jedoch unter 20°C, tritt der Tod ein. Diesen Mechanismus beherrschen auch die Altvögel, sie könne so aber nur 3 bis 4 Tage ohne Nahrung überleben. Die Altvögel überbrücken so extreme Nahrungsengpässe bei Schlechtwetterlagen, sie sind aber grundsätzlich in der Lage sehr großräumig Regenfronten auszuweichen, was bei der immensen Flugleisten der Tiere nicht mehr verwundert.
Die Lebenserwartung des Mauerseglers ist mit 10 Jahren und mehr recht hoch. Natürliche Feinde hat der Mauersegler im geschwächten Zustand in Form von Falken, Sperbern und Eulen. An den Nistplätzen können sich Steinmarder und Wiesel als Feinde hervortun.
Weltweit geht man von 3,9 bis 4,8 Millionen Brutpaaren aus, davon entfallen allein 450.000 bis 900.000 auf Deutschland. Die vom Mauersegler bevorzugten Nistplätze nehmen in Deutschland deutlich ab, dies wird durch die hier übliche Bauweise und immer dichtere Fassaden (Wärmedämmung) bedingt. Es werden mehr Mauern verputzt, weniger Spalten als potentielle Nistplätze freigelassen. Der Mauersegler hält sich somit oft an alten oder historischen Gebäuden auf, typische Brutplätze sind löchrige Ortgänge und Lücken zwischen Dach und Regenrinne. Konflikte können hier dergestalt auftreten, dass sich Personen durch das Nisten und den dadurch verursachten Dreck belästigt fühlen. Im umgekehrten Sinne, kann sich der Vogel durch das Wirken des Menschen von seiner üblichen Verhaltensweise abbringen lassen und unter Umständen sein Nest verlassen.
Mauersegler-Schutz beim BUND im Rhein-Sieg-Kreis
Im Rhein-Sieg-Kreis betreut der BUND die Ansiedlung der Mauersegler am Schulzentrum Niederpleis in Sankt Augustin.
Am 17.4.2009 hat der BUND gemeinsam mit dem Albert-Einstein-Gymnasium und finanziell unterstützt von der HIT Umwelt- und Naturschutzstiftung sowie der Stadt Sankt Augustin zehn Nistkästen am Naturwissenschaftlichen Gebäude angebracht.
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