Rhein-Sieg-Kreis Das Insektensterben hat vielfältige Ursachen: großflächiger Pestizideinsatz, der Verlust von Brachen und naturnahen Biotopen, allgegenwärtiges künstliches Licht sowie immer mehr exotische und fremdländische Gehölze in Gärten, öffentlichen Anlagen und im Forst. Die Chancen der Insekten, sich in geeigneten Lebensräumen ausreichend zu vermehren und an den Klimawandel anzupassen, reduzieren sich dadurch drastisch.
Der BUND Rhein-Sieg-Kreis tritt dieser Gesamtbelastung nach Kräften auch mit eigenen Biotopen entgegen, die er möglichst optimal für die Artenvielfalt pflegt und entwickelt. Ein großer Baustein dabei sind die vielen Blumenwiesen, die unter dem Dach des BUND-Wiesen- und Weidenzentrums mit Sitz in Sankt Augustin heranwachsen. Aktuell stehen viele davon in voller Blüte und bieten den Insekten ein optimales Auskommen.
Artenreiche Blumenwiesen neu aufzubauen, ist ein langwieriger Prozess: Es dauert mehrere Jahrzehnte, bis durch Verzicht auf Düngung und durch Mahdgutabfuhr das Übermaß an Nährstoffen im Boden abgebaut und stabile, niedrige, offene, bunte Pflanzengesellschaften entstanden sind. Für die Vielfalt der Insekten entscheidend ist dabei eine jeweils nur kleinteilige Teilmahd und der Einsatz von Messerbalkenmähern. Dadurch werden bei der Mahd wesentlich weniger Insekten und andere Tiere getötet als z.B. durch Kreiselmäher und Schlegelmulcher. Der Rückgriff auf kleine, leichte Arbeitsgeräte garantiert zudem den Schutz der Bodenstruktur, denn der Boden ist wesentlicher, unterirdischer Teil des Lebensraums „Wiese“ und u.a. Ort der Eiablage und Überdauerung von Larven und Puppen vieler Insekten. Durch schwere Maschinen verdichtete Böden sind daher ebenfalls ein negativer Faktor für die Artenvielfalt.
Insgesamt betreut der BUND Rhein-Sieg-Kreis aktuell etwa 42 ha (42.000 qm) Grünland vor allem in Bornheim, Lohmar und Sankt Augustin. Aktiv dabei sind täglich zwischen fünf und zehn Ehrenamtliche mit ihrem Engagement. Weiterhin unterstützen vier Bundesfreiwillige die Naturschutzaktivitäten des BUND. Die KARLKAUS STIFTUNG wiederum trägt u.a. einen Teil der finanziellen Lasten dieser Arbeit durch eine Basisförderung.