BUND hilft Gelbbauchunken

15. April 2020 | Amphibienschutz

 (BUND Rhein-Sieg-Kreis)

Die extreme Trockenheit beeinträchtigt aktuell das Laichgeschehen der Gelbbauchunken im Rhein-Sieg-Kreis ganz erheblich. Diese vergleichsweise spät laichende, kleine Amphibienart kommt erst im April aus dem Winterquartier und trifft nun auf vielfach vertrocknete bzw. schon stark geschrumpfte, mit Algen durchwachsene, ungeeignete Gewässer. Sie ist auf nur temporäre Gewässer spezialisiert und daher darauf angewiesen, zumindest in der ersten Laichphase im Frühjahr noch ausreichend mit Frischwasser bespannte Pfützen und Kleinstgewässer anzutreffen. Sie kann zwar auch später im Jahr noch auf Gewittergüsse und Regenphasen reagieren und auch dann erfolgreich laichen, aber selbst dann ist angesichts der seit Jahren ausgetrockneten Böden in diesem Jahr keine ausreichend lange Wasserhaltung der Kleinstgewässer zu erwarten. Die Unken brauchen vom Ei über die Larve bis zum ersten Landgang mindestens fünf Wochen.


Der BUND Rhein-Sieg betreut auf seinen Flächen drei Unkenpopulationen in Sankt Augustin und Bornheim. Hier hat er in den letzten Tagen etwa 20 Kleinstgewässer neu angelegt und mit Frischwasser aufgefüllt. Das Schleppen der unzähligen Wassereimer lohnt sich. Denn die Gelbbauchunke, Bombina variegata, steht in NRW kurz vor dem Aussterben. Wenn mit einfachen Hilfsmaßnahmen der Vermehrungserfolg gesichert werden kann, ist das ein lohnendes Engagement. Langfristig sind allerdings weitere Hilfen notwendig, um die Art im Klimawandel zu bewahren. Viel mehr Wasser muss in der Landschaft zurückgehalten und für den Naturkreislauf bewahrt werden. Niederschläge sollten nicht abgeleitet, sondern in den Flächen verbleiben, und Quellhorizonte und Feuchtwiesen sollten noch besser vor Verdichtung und Drainagen geschützt werden.

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