Ehemalige Deponie Hersel: keine potenzielle Solarfläche

25. April 2025

Bornheim: In regelmäßigen Abständen entsteht im politischen Raum - mal in Bornheim - mal in Bonn - die Idee, die Fläche der ehemaligen Deponie Hersel sei für eine Solarfreiflächenanlage geeignet. Das ist jedoch nicht der Fall. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) weist erneut darauf hin, dass diese Fläche bereits vollständig für Naturschutzverpflichtungen im Rahmen der Genehmigung der Deponie bzw. den Bau ihrer das Grundwasser schützenden Abdeckung in Anspruch genommen worden ist. Die rechtlichen Pflichten aus der Eingriffskompensation und dem Artenschutz für Schutzmaßnahmen auf der ehemaligen Deponie sind verbindlich festgelegt. Eine räumliche Verlagerung der Schutzmaßnahmen, um dort Solarfreiflächenanlagen Platz zu machen, würde einen enormen zusätzlichen Flächenbedarf auslösen, der in der Region nur zu Lasten produktiver Agrarfläche umsetzbar wäre. Es kann, so der BUND Kreisgruppensprecher Achim Baumgartner, kein sinnvolles Ziel sein, mit viel Aufwand gepflegte Natur auf der Deponie nun auf aktuelle Gemüse- oder Ackerflächen zu verlagern und dort die längst getätigten Investitionen in die Natur auf noch größerer Fläche zu wiederholen.

Die Eingriffskompensation sowie die Artenschutzmaßnahmen für die Deponie sind bereits beschränkt auf die eigentliche Deponieoberfläche. Das ist ohnehin extrem knapp bemessen. An diesem wackligen Kompromiss sollte nicht gerüttelt werden.

Der drastische Rückgang der biologischen Vielfalt gerade der Freiflächenarten wie Kiebitz und Feldlerche, lässt an dieser Stelle keinen Handlungsspielraum zu.

Energiepolitisch besteht ebenfalls kein Bedarf für Solaranlagen innerhalb der Kompensations- und Artenschutzflächen der ehemaligen Deponie. Es gibt bei energiesparendem Verhalten, mit den Windkraftkonzentrationszonen in Bornheim, der Flächenreserve für Solaranlagen auf Dach- und Parkplatzflächen und der Option für Agri-PV-Anlagen keinen Bedarf in Bornheim für Solarmodule ausgerechnet auf der Herseler Deponie. Sie ist der denkbar ungünstigste Ort.

Zur Übersicht

BUND-Bestellkorb