- Naturschutzgebiet Naafbachtal gestärkt!
Seit über einem Jahrzehnt stand das Haus Ingersauel 1 in Lohmar leer. Das verfallene Messie-Haus im Naturschutzgebiet „Naafbachtal“ löste immer wieder Besuche des Ordnungsamtes aus. Für das Naafbachtal war es eine Last. Nun ist es abgerissen. Die Abrissarbeiten wurden im Juli 2025 soweit abgeschlossen. Die Natur kann sich wieder ausbreiten. Damit ist eine echte Entwicklungsmaßnahme zu Gunsten des Schutzgebietes erfolgreich abgeschlossen worden.
Für das Gelingen war eine lange Vorbereitung und eine breite Zusammenarbeit mit verschiedensten Partnern vor Ort erforderlich, halfen Nachbarn mit Traktorkraft, Engagement und Fürsprache. Unterstützt durch Fördergelder aus dem Europäischen Landwirtschaftsfond für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER), bewilligt am 14.6.2023, konnte die BUND NRW Naturschutzstiftung aus Düsseldorf die Ruine erwerben, einschließlich einer Fläche von fast 5 Hektar, darunter auch große Wiesenflächen, die bereits systematisch in große Streuobstbestände umgewandelt werden.
Der BUND Rhein-Sieg organisierte dann ab Juli 2023 in unzähligen kleinen, ehrenamtlichen Abrissaktien kosteneffizient den Abriss der Ruine. Wesentlich unterstützt wurde er dabei von der Deutschen Post / DHL, deren Mitarbeiter*innen in zahlreichen Volunteeraktionen kräftig mit anpackten. Auch die BI zum Erhalt des Naafbachtals unterstütze nach Kräften die Arbeiten. Insgesamt wurden zehn Container mit Bauschutt (insgesamt über 60 Tonnen) und drei mit Altholz (4,24 Tonnen) abgefahren und unzählige 8 cbm-Anhänger voll mit Müll und Altholz selbst bei der RSAG zur fachgerechten Entsorgung angeliefert. Das Land NRW half mit Naturschutz-Fördermitteln bei der Übernahme der Entsorgungskosten.
Der Rückbau gerade dieses Gebäudes lag dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) besonders am Herzen, weil es völlig isoliert im baurechtlichen Außenbereich und im Schutzgebiet stand. Es einfach sich selbst zu überlassen, war wegen der vielen Abfälle und aus Gründen der Verkehrssicherung nicht möglich. Es bedurfte daher eines geordneten, schonenden Rückbaus.
Nach dem Abriss ist dieser Teil des europäischen Fauna-Flora-Habitat-Schutzgebietes nun dauerhaft störungsärmer. Ein Wiederaufbau des Gebäudes, den die Vorbesitzerin zunächst anstrebte, ist damit ebenfalls endgültig abgewehrt und eine gute Lösung gefunden. Blumenreiche Wiesen und Obstbäume können sich fortan am ehemaligen Hausstandort entfalten und vielen Tierarten wie dem Siebenschläfer Schutz und Lebensgrundlage bieten.