03. Juni 2026
Vereine und Initiativen weisen Forderungen zur Rheinspangenbeschleunigung zurück
Region Bonn / Rhein-Sieg, 5.7.2026
Die unterzeichnenden Vereine und Initiativen weisen den Vorstoß aus der Politik, nun das Verfahren zum Bau der Rheinspange, A 553, angesichts der Sperrung der Nordbrücke, A 565, beschleunigen zu wollen, entschieden zurück! Offenbar haben OB Déus und Landrat Schuster und die weiteren Unterzeichner des am Dienstag (30.06.2026) an den Bundesverkehrsminister in Berlin übergebenden Forderungspapiers die gesamtgesellschaftliche Situation noch nicht verstanden: weder hinsichtlich der Unwahrscheinlichkeit eines tatsächlichen Planvollzugs der Rheinspange, der erhebliche Raumwiderstände entgegen stehen, noch hinsichtlich der Kostensituation des staatlichen Bundeshaushaltes, der für teure neue Prestigeprojekte wirklich keine Reserven mehr aufweist, noch hinsichtlich der enormen Klimakosten des fiktiven Bauwerks, noch hinsichtlich der Herausforderung einer notwendigen Verkehrswende, die den motorisierten Kfz-Individualverkehr, auch den elektrischen (wegen des Platzbedarfs), mehr und mehr in Frage stellen muss. Ein Neubau der Rheinspange wäre zudem keine Hilfe bei einer gesperrten Nordbrücke, sie käme um Jahre zu spät.
Das Nordbrückenfiasko ist Ergebnis einer falschen Fokussierung politischer Vertreter – auch unserer Region – auf Neubauvorhaben, über die ein Bestandserhalt systematisch vernachlässigt worden ist.
Statt also nun erneut die Autobahn GmbH, den Bundeshaushalt und die Region mit einer unnötigen Debatte um eine unsinnige Rheinspange zu belasten, fordern wir deutlich mehr Verantwortungsbewusstsein und mehr Zukunftskompetenz ein. Es gilt, jetzt an Runden Tischen in der Region und mit dem Bundesverkehrsministerium die Voraussetzungen für eine schnelle, zukunftsfähige Planreife einer Nordbrücken-Gesamtlösung zu finden. Dabei sind die im bereits dazu laufenden Planungsverfahren zur Nordbrücke aufgeworfenen Konflikte wie Variantenauswahl, Gebäudeabrisse, Ersatzverkehre, Natur-, Landschafts-, Klima- und Wasserschutz neu zu bewerten und dafür moderne Lösungen gemeinsam auszuarbeiten.
Es braucht jetzt eine frühe, kooperative Problemlösung, bei der alle Verkehrsträger mit bedacht werden müssen. Die Sperrung der Nordbrücke ist eine verkehrspolitische Katastrophe, aber ebenso auch eine Chance für eine grundlegende Verkehrswende in der Region. Diese Chancen gilt es zu erkennen und auszugestalten.
BUND Rhein-Sieg-Kreis
Landschaftsschutzverein Vorgebirge e.V. adfc Bonn/Rhein-Sieg
VCD Bonn-Rhein-Sieg-Ahr Bonn im Wandel VERKEHRS FORUM
Dialog-Gesundheit-Klima e.V. NABU-Bonn Baumwächter Bonn
PARENTS 4 FUTURE BONN PARENTS 4 FUTURE BORNHEIM/SWISTTAL/WEILERSSWIST
Bornheimer Klimaforum Öko Zentrum Bonn e.V.
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