20. Oktober 2022
Nordbrücke kurzfristig ersetzen
Bonn, 14.09.2026: In einem gemeinsamen Schreiben mit Datum vom 28.8.2026 wendeten sich gleich vier betroffene Vereine bzw. Initiativen an den Bundesverkehrsminister Steffen Bilger. Der ADFC BN/RS, der VCD Bonn/Rhein-Sieg/Ahr, BUND RSK sowie die Initiative "Wir für 4" treten darin für eine koordinierte und moderne Verkehrspolitik in der Region Bonn ein. Im Fokus stehen dabei die Planungen für die Nordbrücke (Friedrich-Ebert-Brücke, BAB 565) sowie den Tausendfüßler. Anlässlich des geplanten Besuchs des Verkehrsministers am kommenden Donnerstag in Bonn erinnern sie an ihre Forderungen.
Dringend angeregt wird ein Runder Tisch, der die verschiedenen Planinteressen auch unter Mitwirkung der lokalen Verkehrs- und Umweltinitiativen abstimmt und koordiniert und langfristig harmonisiert. Das ist schon für eine effiziente und erfolgreiche Planung und zur Klärung möglicher bzw. absehbarer Konflikte im Vorfeld sinnvoll.
Für die Nordbrücke schlagen die Initiatoren vor, auf einen direkten Ersatzbau zu setzen und die bestehende Nordbrücke 1:1 durch einen Neubau zu ersetzen – und zwar bereits zeitlich parallel zum laufenden Neubau der Vorlandbrücke. Dabei sollte wie bisher die Auffahrt in Bonn-Castell in Richtung Beuel erhalten bleiben. Voraussichtlich könnte bei einem echten Ersatzbau dann mit Verweis auf § 17 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 Bundesfernstraßengesetz ein Planfeststellungsverfahren entfallen. Ziel ist es, die aktuelle, durch den Bau der Vorlandbrücke bedingte, etwa zweijährige Sperrzeit der Brücke bereits zeitlich effizient für den Neubau auch der Rheinbrücke selbst mitzunutzen. Dadurch würde die Gesamtsperrzeit der Nordbrücke deutlich verkürzt. Dieses zentrale Anliegen sollte im Sinne aller Verkehrsteilnehmenden in der Region sein.
Dagegen erscheint die aktuelle, im laufenden Planfeststellungsverfahren geplanten Variante mit einem Neubau zweier parallelen Rheinbrücken, verbunden mit dem Abriss von ca. 90 Wohnungen und extrem hohen Kosten, langwierig und nicht zeitgemäß. Dass Bonn und sein Umland sich als Fahrradregion mit einem ausgeprägten ÖPNV bestens eignet, und dadurch gerade der individuelle Personenkraftverkehr langfristig deutlich gemindert werden kann, ist unstrittig. Darauf sollten Straßenplanungen durch entsprechende Zurückhaltung Bezug nehmen, ein einfacher Ersatzbau der Nordbrücke 1:1 reicht daher zur Bewältigung zukünftiger Kfz-Verkehre aus.
Für den „Tausendfüßler“ drängen die vier Initiativen auf eine Plananpassung in diesem Sinne. Der Ersatzneubau dieses Straßenviadukts durch Bonn sollte unbedingt einen Radschnellweg mit integrieren, wenn eine zukunftsfähige Planung erreicht werden soll.
Peter Lorscheid (ADFC), Rainer Bohnet (VCD), Achim Baumgartner (BUND RSK), Birgit Grahn (Wir für 4)
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