BUND-Kreisgruppe Rhein-Sieg

Pleisbachkorridor für den Biotopverbund sichern. BUND wendet sich mit Bürgerantrag an die Stadt Königswinter

13. Januar 2021 | Pressemitteilung

Rhein-Sieg-Kreis, 13.01.2021: Das Tal des Pleisbaches ist eine elementare Biotopverbundachse im Kreisgebiet. Es wird durch Maßnahmen im Rahmen des Naturschutzgroßprojektes chance 7 als Verbundachse für den
Natur- und Artenschutz weiter naturschutzfachlich entwickelt. Der Regionalplan sieht dort als
verbindliche Vorgabe die Stärkung des Naturschutzes vor: Die Flächen sind als „Bereich für den Schutz der Natur“ behördenverbindlich dargestellt. Angesichts des fortschreitenden Artensterbens und des Klimawandels ist es wichtig, gerade die Lebensraumkorridore in und an den Auen zu erhalten und wiederherzustellen.

Vor diesem Hintergrund ist und bleibt die Idee, in Königswinter unterhalb des Oberpleiser
Friedhofes in der Talaue eine Seniorenwohnanlage zu errichten, vom Ansatz her deplatziert.
Gerade die lokale Politik ist den Biodiversitätszielen des Regionalplanes verpflichtet und
aufgerufen, die massiven Defizite beim Schutz der Fließgewässer und der Natur in unserer
Region zu mindern und die geltenden Planvorgaben zu beachten und umzusetzen.

Der BUND ruft daher im Rahmen eines nun nach § 24 Gemeindeordnung vorgelegten
Bürgerantrages mit Nachdruck dazu auf, die raumplanerische Vorgabe des Regionalplanes
umzusetzen und für die geplante Seniorenwohnanlage einen geeigneten, neuen Standort zu
suchen. Es ist nicht vertretbar, den Bau einer Altenwohnanlage am denkbar ungünstigen Standort
umzusetzen, mitten im Verbundkorridor mit maximaler Störwirkung auf die gesamte
Verbundachse entlang des Pleisbaches. Wenn es Kommunalpolitik nicht gelingt, selbst
außerordentlich negative Projekte in für den Naturschutz planerisch reservierten Flächen zu
stoppen, sind weder die Ziele der Biodiversitätsstrategie des Landes noch die Klimaziele zu
erreichen. Wir brauchen insofern keine Beschleunigungsgesetze für den Bau von
Siedlungsflächen und Straßen, sondern mehr Mut, einmal in die Welt gesetzte Fehlplanungen
wieder zu stoppen. Der Bau der Seniorensiedlung greift massiv in das regionale
Naturschutzkonzept ein und ist daher nicht vertretbar.

Zur Übersicht

BUND-Bestellkorb